Bei den Bemühungen, die
Beziehungen zu Weißrussland zu verbessern, baut die EU auf Litauen. Am
Mittwoch stattete der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko dem
Nachbarland einen Arbeitsbesuch ab. Nach einem 90-minütigen Treffen
sprach die litauische Staatschefin Dalia Grybauskaite von einem "guten
Anfang", der in tiefere wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen
münden solle.
Im Frühjahr hat Brüssel die Sanktionen gegen Weißrussland gelockert und
die Reisebeschränkungen für den Präsidenten aufgehoben. Die Visite in
Vilnius war nun die bisher protokollarisch höchste des als "letzter
Diktator Europas" bezeichneten Lukaschenko in einem EU-Land. Zwar war
Lukaschenko vor dem Sommer auch in Rom, doch galt der Besuch als
privat. In Vilnius stand ursprünglich die Teilnahme an einem
baltisch-weißrussischen Wirtschaftsforum an. Dann ließ Grybauskaite
ihren Kollegen wissen, dass sie bereit sei, ihn zu empfangen, wenn er
dies wünsche.